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27.01.2014

!Nie wieder - Initiative Erinnerungstag Im Deutschen Fußball

Erklärung der Tagung !Nie wieder – INITIATIVE ERINNERUNGSTAG IM DEUTSCHEN FUSSBALL zum Gedenken an die Befreiung der Überlebenden in Auschwitz am 27. Januar 1945

In Frankfurt am Main versammelten sich vom 10. – 12. Januar 2014 mehr als 270 Aktive zum 10-jährigen Bestehen der Initiative !Nie Wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball. Es waren 2 ½ Tage spannender Diskussionen, Veranstaltungen und Konzerte zur historischen Aufarbeitung und aktuellen Positionierungen gegen Rassismus, Antisemitismus und Homophobie.

Wir veröffentlichen gerne die Abschlusserklärung der Versammlung. Als Sportkreis Frankfurt e.V. sehen wir zudem in der Frankfurter Erklärung „Nein! Zu Diskriminierung und Gewalt im Fußball“, dem „Gallus-Kodex gegen Rassismus“ oder dem Projekt „im gedächtnis bleiben“ des Frankfurter Fanprojekts Initiativen, die diesen Geist beinhalten und eine breite Beteiligung ermöglichen.

Erklärung zum 10. Erinnerungstag im deutschen Fußball:

Einmischen statt wegsehen – und niemals vergessen! Millionen Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, gequält, ermordet – wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer politischen Überzeugung oder weil sie den Kriegsdienst mit der Waffe verweigerten.

Auch der Fußball hatte an diesem beispiellosen Verbrechen seinen Anteil. Vereine haben Mitglieder aus ihren Reihen ausgestoßen. Sie hatten keine Rechte mehr. Ihre Würde wurde mit Füßen getreten. Julius Hirsch, einer von nur zwei deutschen Nationalspielern jüdischer Herkunft wurde in Auschwitz ermordet.

Heinrich Czerkus, Vereinswart von Borussia Dortmund, Kommunist und Widerstandskämpfer, wurde von der Gestapo ermordet. Kurt Landauer, jüdischer Präsident des FC Bayern, konnte sich mit Hilfe von Freunden in die Schweiz retten.

Studien zeigen, dass menschenfeindliche Einstellungen weiterhin in der Gesellschaft verankert sind: Rassismus, Antisemitismus und Homophobie.

Auch im Fußball wurden zuletzt Fußballfans vereinzelt von Neonazis und Hooligans bedroht und angegriffen. Diese Fans hatten sich selbstbewusst gegen Rechtsextremismus gestellt und Zivilcourage bewiesen. Alle aus der Fußballfamilie sind dazu aufgerufen, zu unterstützen und wenn es gefordert ist, Zivilcourage selbst zu leben.

Die überlebenden Häftlinge des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau haben nach ihrer Befreiung ihr Vermächtnis an die Nachgeborenen in zwei Worte gefasst: „Nie wieder!“ Immer stärker fließt dieser Aufruf zum Handeln in die Fan- und Vereinskultur ein. Fans besuchen die ehemaligen Konzentrationslager in Auschwitz, Buchenwald oder Dachau. Vereine verlegen Stolpersteine für ihre ermordeten Mitglieder. Der „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ unterstützt und fördert dieses Engagement. Lesungen, Choreografien, Gedenkveranstaltungen und andere kluge und kreative Aktionen erinnern an die Ausgestoßenen und Vergessenen. So wird ihnen Platz in der Fußballfamilie zurückgegeben.

Am 27.Januar 1945 wurde Auschwitz befreit. Der Beitrag des Fußballs auf „seinem Spielfeld“ und darüber hinaus ist das Entwickeln und Umsetzen einer lebendigen Erinnerungskultur zum „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“.

Lasst uns die kulturelle Vielfalt unserer Fußballfamilie als ein großes Geschenk begreifen. Sie gegen Rassismus, gegen Antisemitismus, gegen Diskriminierung jeglicher Art zu verteidigen, das heißt 2014 und immer „!Nie wieder“.

Verantwortlich: Ronny Blaschke, Anton Löffelmeier, Eberhard Schulz, Klaus Schultz

Kontakt:
Eberhard Schulz
Sprecher der Initiative für den Erinnerungstag im
deutschen Fußball - Nie wieder
Tel.: +49 89 13012450
Email: ebschulz@niewieder.info

Zur Homepage der Initiative

www.niewieder.info/

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