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07.10.2015

Frankfurt Gallus: Einweihung Lotte-Specht-Park

Seit dem 21.September heißt der „südliche Taschenpark“ im Frankfurter Gallusviertel ganz offiziell „Lotte-Specht-Park“. Oberbürgermeister Peter Feldmann und der Grundstückseigentümer Jakob Vowinckel haben feierlich das Parkschild zu Ehren der Pionierin des Frauenfußballs enthüllt. Zur Eröffnung waren unter anderem auch der Manager des 1.FFC Frankfurt Siggi Dietrich und als Vertreterin von Eintracht Frankfurt Gudrun Backhaus anwesend. Die Laudatio hielt Helga Roos vom Gallusprojektbüro des Sportkreises Frankfurt und fand dabei ebenso einfühlsame wie erklärende klare Worte zur Namensgeberin.

Frau Roos klärte die Gäste auf über den Werdegang der Lotte Specht, die am 16. Oktober 1911 in Eckenheim geboren wurde und im Gallus(viertel) aufgewachsen ist. Ihr Vater, Metzgermeister Gottlob Specht, betrieb eine Metzgerei in der Hufnagelstraße. Ins Licht einer größeren Öffentlichkeit rückte sie, nachdem sie als 19jährige zu Beginn des Jahres 1930 eine Anzeige in die "Frankfurter Nachrichten" gesetzt hatte, in der sie junge Frauen suchte, um mit ihnen einen eigenen Fußballverein für Frauen zu gründen. Die Gründung des 1. Deutschen Damenfußballclubs (1. DDFC) und das damit verbundene Eindringen von Frauen in eine Männersportart löst in der Presse heftige Kontroversen aus. In den „Frankfurter Nachrichten“ schrieb damals Helli Knoll: „Wir Frauen treiben den Sport, den wir wollen und nicht den, der uns gnädigst von den Männern erlaubt wird." Doch die Zeit war noch nicht reif für Frauenfußball. Den Diffamierungen in Form von Beschimpfungen, Angriffen von Steinewerfern und Verboten der Eltern waren die jungen Frauen auf die Dauer nicht  gewachsen. Bereits im Herbst des folgenden Jahres war es mit dem 1. DDFC vorbei.

Als Pionierin des Frauenfußballs wurde Lotte Specht in den neunziger Jahren wiederentdeckt und war sowohl im Hessischen Fernsehen als auch beim ZDF zu Gast. Im Jahr 2001 gratulierte der DFB mit einem Brief zu ihrem 90. Geburtstag. Lotte Specht wurde in Frankfurt aber nicht nur durch ihren Einsatz für den Frauenfußball bekannt, sondern ihr Name wird auch verbunden mit der frühen Zeit des Kabaretts und dem Entstehen der Frankfurter Mundartbühnen. 1955 gründete sie die erste Frankfurter Mundartbühne. Als das Fernsehen zunehmend Einzug in die deutschen Wohnzimmer gehalten hatte, musste das Theater schon 1957 wieder geschlossen werden. Lotte Specht griff kurz entschlossen auf ihre kaufmännische Ausbildung zurück und meldete sich beim Magistrat der Stadt Frankfurt als Sekretärin. Von da an arbeitete sie vorwiegend in der Sozialstation in der Krifteler Straße.

Sie wurde 90 Jahre alt und lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 im Frankfurter Westend. Die Laudatorin Helga Roos verband mit den Worten für die Namensgeberin auch eine große Bitte. „Ein Lotte-Specht-Park braucht einen guten Bolzplatz“, sagte sie, „denn der Fußball ist der Hauptgrund, warum sie international bekannt ist.“ Bolzplätze seien gerade in diesen Tagen notwendinger denn je. Und der Bolzplatz im Gallus, Geburtsstätte der Frankfurter „Bolzplatzliga“  habe „Nachbesserungen dringend nötig“. Der Appell war erfolgreich: Investoren wie die zuständigen Ämter sicherten am selben Tag noch zu, den Platz bis zum Ende des Jahres in einen bespielbaren Zustand zu verbessern.

Autor: Josef Schmitt

Der Lotte-Specht-Park entstand als Gemeinschaftsprojekt von Vertretern der Stadt Frankfurt, dem Sportkreis Frankfurt, dem Grundstücksbesitzer und der örtlichen Elterninitiative „Kind im Gallus“. Foto: Sportkreis Frankfurt

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