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13.09.2019

Im Netzwerk zum Erfolg

Jugendliche der Heisenrath-Siedlung spielen nach erfolgreicher Initiative auf saniertem Bolzplatz

Die Kinder und Jugendlichen der Goldsteiner Siedlung „Im Heisenrath“ spielen seit dem 13. September auf einem umfangreich modernisierten Bolzplatz. Die Neugestaltung ist das Ergebnis eines Sanierungskonzepts, das diese in Eigenarbeit entworfen haben. Ausgangspunkt war ein Wettbewerb, der die Sanierung eines Bolzplatzes zum Ziel hatte. Ausgerufen hatten ihn der Verein „Business for Sports e.V.“ und der Sportkreis Frankfurt für die Teams seiner „Bolzplatzliga“. Die Umsetzung wurde möglich durch die Förderung und Unterstützung des FC Heisenrath Goldstein e.V., der Wohnheim GbmH, des Planungsbüros PROPROJEKT GmbH, des Sportamts Frankfurt, des Ortsbeirat sowie des Fördervereins GOFUS e.V.

Wie die Sanierung mit dem Sportkreis-Projekt zusammenpasst, beschreibt Vorsitzender Roland Frischkorn: „In der Frankfurter Bolzplatzliga machen Kinder und Jugendliche stadtweit Bekanntschaften mit anderen Teams. Unser Gallusbüro unterstützt sie aber genauso dabei, sich für ihre Interessen stark zu machen und ihr Umfeld mitzugestalten.“ Der „Traumbolzer“, wie die Jugendlichen ihr Projekt nannten, sei ein Beispiel dafür, dass dies auch gelinge, so Frischkorn weiter.

Den Anstoß für das Sanierungsprojekt im Rahmen der Bolzplatzliga hatte der Förderer Business for Sports e.V. gegeben. In einem Videowettbewerb konnten sich Teams der Liga für den Heimat-Bolzplatz um Fördermittel bewerben. Die Gruppe Jugendlicher aus der Heinsenrath-Siedlung überzeugte. Der Verein um Gründer Philip Holzer fördert das Projekt seit 2014. Überzeugt ist Holzer von der Kombination aus Sportart und Konzept: „Fußball ist einer der wichtigsten Klebstoffe, der unsere auseinanderdriftende Gesellschaft zusammenhält. Gerade wegen seiner Reichweite ist er ideal geeignet, um Werte wie Fairness, Toleranz und Gewaltfreiheit zu vermitteln. Die Bolzplatzliga setzt insbesondere auf die Fähigkeit der Kids, sich eigenständig zu organisieren, um gemeinsam ihre Ziele zu erreichen. Eine wichtige Lektion für ihren weiteren Lebensweg.“

Für das Sanierungskonzept haben sich die Jugendlichen von PROPROJEKT beraten lassen. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Sportstätten zu planen und zu konzipieren und engagiert sich ehrenamtlich als Partner des Sportkreises Frankfurt in der Bolzplatzliga. „Wir waren begeistert von der Motivation der Kids. In gemeinsamen Workshops haben wir ihnen gezeigt, wie sie an Infos kommen, wie sie an den Eigentümer herantreten können und wie sie ihre Vorstellungen am besten darstellen und präsentieren“, berichtet Projektmanager Jonas Sonnleitner.

Eine Schlüsselrolle im Projekt hatte die WOHNHEIM GmbH, auf deren Grundstück sich die Siedlung „Im Heisenrath“ und der Bolzplatz befinden. Den Kontakt zum Unternehmen hat der Sportkreis Frankfurt hergestellt. Klaus Oehm, kaufmännischer Prokurist des Wohnungsunternehmens, das einen Großteil der Finanzierung getragen hat, zeigt sich angetan: „Wir hatten bereits geplant, Teile der Anlage zu sanieren. Dass sich diejenigen so umfangreich eingebracht haben, die den Platz täglich nutzen, hat dazu beigetragen, ihn so zu gestalten, wie er tatsächlich gebraucht wird. Zudem stärkt eine solche Initiative die Identidikation mit dem Viertel, das ist positiv“, so Oehm. Neu auf dem Bolzplatz sind unter anderem der Gummibelag, ein Zaun, der den Platz vom angrenzenden Spielplatz trennt, die Tore und Sitzgelegenheiten, auf denen bei Spielen der Bolzplatzliga Freunde und Familie Platz finden.

Um die Finanzierung zu stemmen, hat die Projektgruppe für ihren „Traumbolzer“ eigenständig Mittel beschafft. So begeisterten sie auch den Ortsbeirat sowie den Förderverein GOFUS e.V. mit dessen Projekt „Platz da!“. Auch das Sportdezernat der Stadt Frankfurt hat die Sanierung mitgetragen. Sportdezernent Markus Frank: „Die über 100 Bolzplätzen der Stadt sind wichtige Bewegungsräume, auf denen Freundschaften und Gemeinschaft entstehen. Die große Eigenleistung der Jugendlichen aus der Heisenrath-Siedlung haben wir gerne unterstützt.“ Umfangreiche begleitet wurden die „Traumbolzer“ während des Projekts zudem vom Vorstand des FC Heisenrath Goldstein e.V.

In der Frankfurter Bolzplatzliga knüpfen Kinder und Jugendliche seit 2013 stadtteilübergreifend Kontakte, übernehmen beispielsweise als Schiedsrichter Verantwortung und helfen dabei, den Spielbetrieb zu koordinieren. Den Teilnehmern möchte der Sportkreis Frankfurt ein Versuchsfeld bieten, sich auszuprobieren und nach eigenem Wunsch Verantwortung zu übernehmen. Langfristiges Ziel ist es, alle 43 Frankfurter Stadtteile einzubinden.

Der Sportkreis Frankfurt e.V. ist die Dachorganisation der Frankfurter Turn- und Sportvereine und dem Landessportbund Hessen angeschlossen. Er vertritt die Interessen der rund 420 Frankfurter Turn- und Sportvereine mit über 235.000 Sportlerinnen und Sportlern nach innen und außen. Dabei unterstützt er die Vereine zum Beispiel bei Zuschüssen, Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedergewinnung und Weiterentwicklung von Sportangeboten.

Dank ihrem Einsatz spielen die Jugendlichen in der Heisenrath-Siedlung in Goldstein jetzt auf einem sanierten Platz. Neu sind Belag, Tore, Zäune und Sitzgelegenheiten. Fotos: Sportkreis Frankfurt

V.l.n.r.: Maria Tolski (Business for Sports), Denis Bambusek (Sportkreis), Klaus Oehm (Wohnheim GmbH), Roland Frischkorn (Sportkreis), Stadtrat Markus Frank, Dieter Rudolf und Manfred Wenigmann (GOFUS e.V.), Ulrike Schönbronner (PROPROJEKT), Marion Weil-Döpel (Regionalrat Goldstein), Haci Hacioglu.

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