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18.06.2021

Nachruf auf Ilse Bechthold

Ein Leben für den Sport ist zu Ende gegangen. Ilse Bechthold ist am 17. Mai 2021 im Alter von 93 Jahren gestorben.

In ihren aktiven Jahren als Sportlerin gewann sie in den Disziplinen Diskuswerfen und Kugelstoßen von 1948 bis 1973 insgesamt 26 Hessische und fünf Süddeutsche Meisterschaften im Trikot von Eintracht Frankfurt. Daneben spielte die vielseitig Begabte auch ambitioniert und erfolgreich Basketball, Handball und Volleyball. Im Hauptberuf leitete die Sportpädagogin das Zentrum für Hochschulsport am sportwissenschaftlichen Institut der Frankfurter Goethe-Universität.

1969 begann Ilse Bechtholds singuläre Laufbahn als Funktionärin. Zunächst war sie ehrenamtlich als Frauenwartin beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) tätig, ehe sie 1975 Vizepräsidentin des Verbandes wurde. Ein Amt, das sie bis 1993 mit dem Schwerpunkt Frauen-Leichtathletik bekleidete.

Es folgten Berufungen auf nationaler und internationaler Ebene, beispielsweise 1981 als Vorsitzende der Frauen-Kommission des Internationalen Leichtathletik-Weltverband IAAF, heute World Athletics. Ilse Bechthold wurde als persönliches Mitglied ins Nationale Olympische Komitee (seit 2006 Deutscher Olympischer Sportbund) berufen, später ins Internationale Olympische Komitee in die Arbeitsgruppe „Frauen und Sport“. Zudem war sie im Gutachter-Ausschuss der Deutschen Sporthilfe tätig, wo sie sich für die sozialen Belange von Sportlerinnen und Sportlern einsetzte.

Ilse Bechthold gehörte lange Jahre der Sportkommission der Stadt Frankfurt am Main an, wo sie sich neben der Leichtathletik stets auch für andere Sportarten stark machte. Den Magistrat der Stadt Frankfurt beriet sie überaus kompetent in wichtigen Fragen der Sportentwicklung. Bis zuletzt war sie im Ehrenrat und als Stellvertretende Vorsitzende der Leichtathletik-Abteilung von Eintracht Frankfurt tätig.

Mit ihrem engagierten Wirken hat sie Generationen von Frauen dazu ermutigt, sportlich und beruflich ihren Weg zu finden und zu gehen. So ist es Ilse Bechthold zu verdanken, dass Frauen in den Disziplinen 400 Meter Hürden, 3.000 Meter Hindernis, Stabhochsprung und im Hammerwerfen zu Wettbewerben zugelassen wurden.

Für ihren Einsatz hat Ilse Bechthold zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter 1988 das Bundesverdienstkreuz, den Olympischen Orden, den Ehrenring des DLV und die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt. Bei der Sportgala 2017 hat Sportdezernent Markus Frank sie anlässlich ihres 90. Geburtstag für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Über den herausragenden Einsatz in ihren zahlreichen Funktionen hinaus verlieren wir mit Ilse Bechthold einen überaus freundlichen, verbindlichen und warmherzigen Menschen aus unserer Mitte. Wir verneigen uns vor dem Menschen Ilse Bechthold und vor der „Grande Dame der Leichtathletik“.

Angelika Strötz, Sportamt Frankfurt
Roland Frischkorn, Sportkreis Frankfurt e.V.

Ilse Bechthold ist am Abend des 17. Mai im Alter von 93 Jahren verstorben. Für den Sport engagierte sie sich bis ins hohe Alter. Foto: Eintracht Frankfurt

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